Kennzahlenanalyse & Unternehmensbewertung


Als Grundlage der hier aufgezeigten Unternehmensbewertung & Kennzahlenanalyse dient das Buch von Nicolas Schidlin. Du findest hier ein paar Ausschnitte aus seinem Buch und ein paar weitere Ergänzungen welche ich für wichtig erachte. Wenn Du mehr Kennzahlen oder tiefer in die Unternehmensbewertung einsteigen willst, kann ich Dir das Buch von Ihm nur Empfehlen. Die Kennzahlen, welche ich Dir hier erläutere reichen mir persönlich völlig aus. Es ist aber keineswegs eine vollständige Aufzählung aller Kennzahlen und für jeden können andere Kennzahlen wesentlich wichtiger für die Unternehmensanalyse sein. Es gibt Dir aber zumindest einen Einblick in die Welt der Kennzahlen. Wie immer halte ich meine Ausführungen so knapp wie nur möglich. Also lass uns eintauchen in die Welt der Zahlen.

Kennzahlen zu Ertrag und Rentabilität

Eigenkapitalrendite

Die Eigenkapitalrendite gibt die Verzinsung des eingebrachten Eigenkapitals an. Dabei wird der erwirtschaftete Jahresüberschuss mit dem durchschnittlichen Eigenkapital des Geschäftsjahres in Verhältnis gesetzt. Je höher desto besser.

Umsatzrendite

Die Umsatzrentabilität gibt an, wie viel Cent Gewinn durch einen Euro an Umsatz erwirtschaftet werden. Je höher desto besser.

EBIT-Marge:

Die EBIT-Marge beschreibt das Verhältnis von operativem Gewinn zum Umsatz. Ohne unterschiede in der Zins- und Steuerlast kann so die eigentliche operative Leistung des Unternehmens quantifiziert werden. EBIT = Earnings before interest and taxes (Ergebnis vor Steuern und Zinsen)

EBITDA-Marge:

Im Prinzip wird bei der EBITDA-Marge nur die Abschreibungen hinzugezählt.

Kapitalumschlag:

Je höher der Kapitalumschlag eines Unternehmens ist, bedeutet dies wie schnell das Kapital wieder in das Unternehmen zurück fließt und somit insgesamt weniger Kapital benötigt wird, um ein gegebenes Geschäftsvolumen durchzuführen.

Gesamtkapitalrendite:

Die Gesamtkapitalrendite berücksichtigt neben dem Reingewinn des Unternehmens auch die gezahlten Zinsen und setzt diese ins Verhältnis mit dem von Fremd- und Eigenkapitalgebern eingebrachten Kapital.

Kennzahlen zur finanziellen Stabilität

Eigenkapitalquote:

Die Eigenkapitalquote gibt den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital eines Unternehmens an.

Gearing:

Durch die Verbindung von Finanzverbindlichkeiten, Cash-Bestand und Eigenkapital enthält diese Kennzahl alle elementaren Bilanzbestandteile hinsichtlich der finanziellen Stabilität eines Unternehmens. Ich nutze die Kennzahl oft für Vergleiche.

Dynamischer Verschuldungsgrad:

Diese Kennzahl gibt die theoretische Schuldentilgungsdauer in Jahren an, sofern das Unternehmen seinen gesamten Freie-Cashflow zur Schuldentilgung nutzt. Um zu große Schwankungen zu vermeiden, sollte ein sinnvoller Durchschnitt des Free-Cashflows der letzten Jahre verwendet werden.

Cash-Burn-Rate:

Die Cash-Burn-Rate zeigt an, wie lange ein Unternehmen maximal defizitär wirtschaften kann. Je näher der Wert dem negativem Bereich kommt, desto notwendiger wird eine Kapitalerhöhung, um eine Insolvenz abzuwenden.

Goodwill-Anteil:

Der sogenannte Goodwill (Firmenwert) ist der Aufpreis, den der Erwerber auf den Buchwert des Zielunternehmens bezahlt. Ein zu hoher Goodwill kann in den Folgejahren zu erheblichen Abschreibungen führen.

Ausschüttungspolitik

Dividendenrendite:

Diese Kennzahl ergibt sich aus dem Verhältnis der Dividendenausschüttung zum aktuellen Kurs. 

Dividendenkontinuität:

Beschreibt die Anzahl an aufeinanderfolgenden Jahren in denen eine Dividende gezahlt wurde. Eine noch höhere Wertigkeit dieser Kennzahl ist eine jährliche Steigerung der Auszahlung je Aktie. Unternehmen welche die Dividenden 25 Jahre in Folge angehoben haben werden als sogenannte Dividendenaristokraten bezeichnet.

Ausschüttungsquote:

Üblicherweise wird die Ausschüttungsquote anhand des Anteils der Dividendensumme am Jahresüberschuss berechnet. Da Dividenden Auszahlungen darstellen - der Jahresüberschuss allerdings nicht zwingend den zugeflossenen Mitteln entspricht - sollte die Ausschüttungsquote besser anhand des operativen Cashflows bestimmt werden.

Bewertungskennzahlen

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV):

Das KGV gibt an, zum Wievielfachen des aktuelle oder erwarteten Gewinns ein Unternehmen an der Börse bewertet wird.

Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV):

Diese Kennzahl sagt aus, welchen Aufschlag der Markt auf das Reinvermögen, also den Buchwert eines Unternehmens bezahlt.

Unternehmensbewertung

Zur Bestimmung des fairen Unternehmenswertes gibt es verschiedene Methoden und Ansätze, die in der Regel zu unterschiedlichen Ergebnissen und Bewertungsspannen führen. Daher ist der wahre Wert eines Unternehmens nicht objektiv feststellbar, sondern vielmehr stets ein Kompromiss verschiedener Bewertungsverfahren, die auf einen bestimmten fairen Unternehmenswert deuten. Aus diesem Grund werde ich nur einige Methoden zur Herleitung eines möglichen fairen Wertes nennen und nicht explizit genauer darauf eingehen.

  • Discount Cashflow Modelle
    • Equity-Verfahren
    • Entity-Verfahren
    • Adjusted-present-Value (APV) Verfahren
    • Alternative Verwendung des DCF-Modells
  • Multiplikatorenmethode
    • Faire KGV
    • Faire KBV
    • Faire Enterprise Value-EBIT-Verhältnis